Corruption Perceptions Index (CPI) 2025

Weltkarte des Corruption Perceptions Index 2025 mit farblichen Markierungen für Korruptionslevels in verschiedenen Ländern.

Transparency International hat den Corruption Perceptions Index (CPI) 2025 veröffentlicht. Der Index gilt als wichtigster internationaler Vergleich zur wahrgenommenen Korruption im öffentlichen Sektor, also in Politik und Verwaltung. Bewertet werden 182 Länder auf einer Skala von 0 (hohes Maß an wahrgenommener Korruption) bis 100 (keine wahrgenommene Korruption). Grundlage sind 13 Datenquellen von 12 unabhängigen Institutionen, die auf Einschätzungen von Expert:innen und Führungskräften beruhen.


Weltlage: Der CPI sendet ein Warnsignal

Der CPI 2025 zeigt eine negative Entwicklung im globalen Bild. Der weltweite Durchschnitt liegt 2025 bei 42 Punkten – und somit auf dem schlechtesten Stand seit über zehn Jahren. Zugleich bleibt Korruption in vielen Staaten strukturell verankert: Mehr als zwei Drittel der Länder liegen unter 50 Punkten.

Auch an der Spitze wird die Gruppe der sehr gut bewerteten Staaten kleiner. Während vor zehn Jahren noch 12 Länder mehr als 80 Punkte erreichten, sind es 2025 nur noch fünf. Angeführt wird das Ranking erneut von Dänemark mit 89 Punkten; dahinter folgen Finnland und Singapur. Am unteren Ende stehen Südsudan und Somalia.


Rückschritte auch in etablierten Systemen

Auffällig ist, dass der Bericht Rückschritte nicht nur in fragilen Staaten beschreibt. Genannt werden auch Entwicklungen in Ländern, die traditionell als stabil gelten. Beispiele sind die USA (64 Punkte; niedrigster Wert seit 2012, minus 10 Punkte im Zehnjahresvergleich) und das Vereinigte Königreich (70 Punkte; minus 11 Punkte im Zehnjahresvergleich). Als weitere markante Negativbeispiele werden Türkei (31 Punkte; minus 19 seit 2013) und Ungarn (40 Punkte; minus 15 seit 2012) genannt.

Deutschland: Verbesserung im Jahr – Minus im Jahrzehnt

Deutschland verbessert sich im CPI 2025 auf 77 Punkte und steigt auf Rang 10. Gleichzeitig bleibt der Blick in die Vergangenheit zentral: Im Zehnjahresvergleich steht ein Rückgang um 4 Punkte.

Im Bericht wird außerdem kritisiert, dass Korruptionsprävention in Deutschland in Teilen zurückgebaut worden sei – unter anderem im Bereich des Vergaberechts. Vor dem Hintergrund milliardenschwerer Sondervermögen wird damit die Bedeutung verlässlicher Kontrolle und Prävention besonders betont.


EU-Rahmen: Mindeststandards und nationale Umsetzung

Mit Blick auf Europa verweist der Bericht auf eine Anfang Dezember beschlossene EU-Anti-Korruptionsrichtlinie, die Mindeststandards setzt. Daraus folgt nationale Umsetzungsarbeit – unter anderem über eine nationale Anti-Korruptionsstrategie. Transparency Deutschland fordert eine schnelle Umsetzung und eine enge Einbindung der Zivilgesellschaft.

Was der CPI 2025 für Praxis und Verantwortung bedeutet

Der CPI 2025 verdichtet mehrere Signale: Korruption bleibt weltweit ein breites Problem, Spitzenwerte werden seltener, und der Bericht betont die Rolle funktionierender Kontrolle, Rechtsstaatlichkeit, freier Medien und einer handlungsfähigen Zivilgesellschaft. Für Deutschland ist die Jahresverbesserung ein positives Zeichen – der langfristige Rückgang unterstreicht jedoch, dass Integrität und Prävention dauerhaft aktiv gesichert werden müssen, insbesondere an Schnittstellen zum öffentlichen Sektor wie Behördenkontakten, Genehmigungen und Vergaben.

Den vollständigen CPI 2025 finden Sie hier.