Interne Ermittlungen sind heute ein zentrales Instrument, um Compliance-Verstöße frühzeitig zu erkennen, aufzuarbeiten, Risiken zu begrenzen und die Haftung für Unternehmen und Organe zu minimieren. Gerade in Krisensituationen zeigt sich jedoch, wie komplex das Zusammenspiel von strafrechtlichen, arbeitsrechtlichen und unternehmensinternen Anforderungen tatsächlich ist.
Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung steht ein praxisnahes Fallbeispiel, anhand dessen typische Herausforderungen und kritische Entscheidungspunkte interner Ermittlungen greifbar gemacht werden. Drei erfahrene Praktikerinnen und Praktiker – eine Chief Compliance Officer, eine auf das Wirtschaftsstrafrecht spezialisierte Rechtsanwältin und ein Arbeitsrechtler – beleuchten das Szenario aus ihren jeweiligen Perspektiven und diskutieren, wie sich rechtliche Risiken in der Praxis effektiv steuern lassen.
Dabei geht es insbesondere um Fragen wie:
- Wie werden interne Ermittlungen rechtssicher initiiert und strukturiert?
- Welche Anforderungen stellen sich an die Zusammenarbeit zwischen Compliance, externer Beratung und Unternehmensleitung?
- Wo verlaufen die Grenzen zulässiger Mitarbeiterbefragungen und Datenauswertungen?
- Welche straf- und arbeitsrechtlichen Risiken drohen bei Fehlern im Verfahren – etwa im Hinblick auf Beweisverwertbarkeit, Datenschutz oder arbeitsrechtliche Maßnahmen?
- Wie gelingt es, zwischen Aufklärungsinteresse, Mitarbeiterrechten und Verfahrensfairness die richtige Balance zu finden?
Anhand des Fallbeispiels werden typische Fallstricke aufgezeigt – von der unzureichenden Dokumentation über unklare Rollenverteilungen bis hin zu Fehlentscheidungen mit erheblichem Haftungspotenzial. Gleichzeitig geben die Referierenden konkrete Einblicke in bewährte Vorgehensweisen, erprobte Strukturen und strategische Best Practices aus ihrer eigenen Beratungspraxis.
Die Veranstaltung bietet damit nicht nur eine fundierte rechtliche Einordnung, sondern vor allem praxisnahe Orientierung für Compliance-Verantwortliche, die interne Ermittlungen sicher, effizient und rechtlich belastbar gestalten wollen.
Dr. Anja Seele ist Chief Compliance Officer bei Tele Columbus AG, Berlin, und Gründerin von Seele.GRC.Advisory. Seit über 20 Jahren liegt ihr Fokus darauf, Menschen für Compliance zu begeistern und das Compliance-Programm vom ‚Sollen‘ zum ‚Wollen‘ zu formen, Ängste und Ressentiments abzubauen. Sie bringt ihre Erfahrungen aus der Forschung, Unternehmensberatung und Forensik sowie als Compliance-Praktikerin ein.
Ana-Christina Vizcaino Diaz, LL.M. ist Associated Partner bei YPOG am Standort in Köln und Teil des Corporate Crime + Compliance + Investigation Team. Sie berät und verteidigt nationale und internationale Unternehmen sowie Individualpersonen in allen Fragen des Wirtschafts- und Steuerstrafrechts. Einen weiteren Fokus ihrer Tätigkeit stellt die Präventivberatung von Unternehmen in Compliance-Angelegenheiten dar. Dies umfasst insbesondere die Beratung im Zusammenhang mit internen Untersuchungen, die Etablierung und Umsetzung von Compliance-Management-Systemen, Compliance-Risikoanalysen, die Erstellung von Unternehmensrichtlinien, Mitarbeiterschulungen. Ferner vertritt sie die Interessen durch Straftaten geschädigter Unternehmen im Rahmen von Strafverfahren.
Dr. Jochen Keilich, LL.M. (Exeter) ist Partner bei Pusch Wahlig Workplace Law. Er ist spezialisiert auf die Beratung von Unternehmen und Führungskräften in allen Fragen des Arbeitsrechts, insbesondere bei Umstrukturierungen und dem Bereich der HR-Compliance. Er ist zertifizierter Compliance Officer und berät Unternehmen bei Compliance Audits, Internal Investigations und der Einführung von sonstigen Compliance Maßnahmen wie bspw. Whistleblower und Hinweissystemen. Er wird von mehren Branchendiensten als einer der führenden Arbeitsrechtspartner in Deutschland anerkannt wie bspw. JUVE, Legal500, Handelsblatt.
Gemeinsam mit unserem Förderpartner Pusch Wahlig Workplace Law freuen wir uns über Ihre Anmeldung bis 19. Juni 2026.